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InCity - Werte.Wege.Teilhabe

Situations- und Problembeschreibung:

Junge Geflüchtete stehen in ihrer neuen Heimat Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen gegenüber. Sehr viele fühlen sich kulturell, sprachlich und gesellschaftlich „entbettet“ und fremd. Eine Orientierung in ihrem „neuen Leben“ in Deutschland fällt schwer, wenn ein tiefergehendes Verständnis und ein Bewusstsein für das gesellschaftliche und kulturelle Umfeld, für den Konsens auf bestimmte Werte und Lebenshaltungen fehlen. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Grundrechten und deren weitreichenden Gestaltungswirkung in Gesellschaft und Alltag finden aber auch bei jungen, in Deutschland geborenen Menschen, Familien mit Migrationsgeschichte und vor allem bei herkunftsdeutschen Jugendlichen selten statt. So stehen die Freiheiten, Rechte und Teilhabemöglichkeiten, die ihnen die Demokratie in Deutschland schenkt, vielen nicht klar vor Augen.

Zielgruppe und Ziel/ Auftrag:

Auf diesem Hintergrund wurde das Projekt „InCity“ mit dem Ziel konzipiert, jungen Menschen ein Verständnis für die konkrete Bedeutung von Grundrechten hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen in Alltag und Gesellschaft hier in Deutschland zu ermöglichen, auch auf dem Hintergrund ihrer eigenen Herkunftskultur und Migrationsgeschichte. Sie sollen dabei unterstützt werden, Vorurteile abzubauen, ihre Teilhabe-Chancen zu erkennen und Handlungsperspektiven zu entwickeln. Im Fokus liegen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren aus Witten und Umgebung, darunter deutsche Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte, junge Asylbewerber*innen und Geflüchtete mit Bleibeperspektive sowie Jugendliche aus Südosteuropa. Angestrebt ist eine etwa gleiche Anzahl weiblicher und männlicher Teilnehmer*innen.

Inhalt:

Das Projekt arbeitet mit einem sehr niedrigschwelligen Ansatz von Musik, Schauspiel, Poetry Slam und Film, der Verständigung und persönliche Begegnung dieser sehr unterschiedlichen Jugendlichen auf Augenhöhe ermöglicht. Diese jugendkulturellen Methoden bieten nicht nur die Möglichkeit, sich jenseits von Sprachbarrieren und Kommunikation auszutauschen, sie bilden auch den „Kitt“, der die so „unterschiedlichen“ Jugendlichen im Projektverlauf über das gemeinsame Interesse zusammenhält. Die Teilnehmenden setzen sich in inhaltlichen Workshops mit den o.g. Themen auseinander und vertiefen diese in der Erarbeitung eigener Song, Poetry-Texte, Schauspielszenen und Filmclips, die die gewonnenen Erkenntnisse und ihre Sichtweise widerspiegeln. Das „Hinarbeiten“ auf eine große, gemeinsam erarbeitete Multimediashow motiviert die Teilnehmenden über einen langen Projektzeitraum und macht die Ergebnisse des Projekts im Jahr 2020 für eine breite Öffentlichkeit sichtbar. Zur Aufführung werden Freunde Familie, Lehrer- und Ausbilder*innen, Behördenmitarbeiter*innen u.a. begleitende Personen eingeladen.

Beteiligte:

Berufskolleg Witten Kommunales Integrationszentrum (KI) Jugendamt / Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Witten WerkStadt Witten Jugendzentrum „Famous“

Zeitraum:

2019-2020

Durchführungsort:

Witten

Förderung:

Bundeszentrale für politische Bildung